Job und Autismus: „Arbeit ist für alle da!“

auticon startet Aufruf zum Autistic Pride Day

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Zum heutigen Autistic Pride Day startet auticon die Aktion „Arbeit ist für alle da!“ Der jährlich begangene Autistic Pride Day steht für die Akzeptanz von Menschen im Autismus-Spektrum – auch in der Arbeitswelt. Daher fragt auticon Menschen im Autismus-Spektrum, Angehörige und Arbeitgeber nach ihren Erfahrungen: Was braucht es, um die Teilhabe möglich zu machen und sinnvoll zu gestalten?

Berlin, 18.06.2015

Das Berliner Unternehmen möchte mit dieser Aktion mehr über die konkreten Wünsche an den Arbeitsplatz erfahren und gleichzeitig auf die noch immer schwierige Arbeitsmarktsituation von Menschen im Autismus-Spektrum aufmerksam machen. So sind nur fünf bis zehn Prozent von ihnen auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt. Dirk Müller-Remus, Gründer und Geschäftsführer von auticon und selbst Vater eines autistischen Kindes: „Ich habe auticon gegründet, weil ich zeigen möchte, dass Autisten über große Stärken verfügen, die Unternehmen dienen können. Leider halten sich noch immer viele Vorurteile, dabei ist die Inklusion oftmals einfacher, als manch einer glaubt. Es bedarf im Grunde nur kleiner Anpassungen.“

Welche Anpassungen das sind, können Menschen im Autismus-Spektrum am besten beurteilen. Daher sind insbesondere sie aufgerufen, auf der Facebook-Seite des Unternehmens ihren idealen Arbeitsplatz zu beschreiben. Aber auch Arbeitgeber, die Autisten beschäftigen, und Angehörige sind gebeten, ihre Erfahrungen zu schildern. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt:

Welche konkreten baulichen/räumlichen Anpassungen sind wichtig für eine gelungene Inklusion? Welche guten oder schlechten Erfahrungen im bisherigen Berufsleben bestehen? In welchen Bereichen kann die Unterstützung durch Job Coaches wichtig sein? Wie kann die Zusammenarbeit zwischen autistischen und nicht-autistischen Kollegen erfolgreich gestaltet werden? Was braucht es noch, um eine Teilhabe aller problemlos möglich zu machen? Welche Bedeutung hat der offene Umgang mit dem eigenen Autismus am Arbeitsplatz?

Müller-Remus: „Ob es sich um Trennwände, Kopfhörer oder abgedunkelte Räume handelt, ich erwarte, dass wir einen bunten Fächer an Wünschen und Meinungen finden werden. Jeder Mensch ist anders und wünscht sich unterschiedliche Arbeitsbedingungen – das gilt für Autisten wie für Nicht-Autisten. Und ich gehe davon aus, dass sich Menschen im Autismus-Spektrum exakt das gleiche wünschen wie andere Arbeitnehmer: Anerkennung, Wertschätzung und eine sinnvolle Tätigkeit. Wir möchten auch zeigen, dass die Beschäftigung von Menschen im Autismus-Spektrum meist mit weniger Problemen verbunden ist, als oftmals erwartet wird. Wir machen in Projekten immer wieder die Erfahrung, dass unsere Kunden fast überrascht sind, wie gut die Inklusion funktioniert, wenn man gewisse Regeln beachtet. Das wollen wir gerne teilen und mehr Unternehmen motivieren, Menschen im Autismus-Spektrum eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt zu geben. Und wir sind neugierig auf die Erfahrungen und die Vorstellungen anderer, denn daraus können auch wir noch lernen.“

Beiträge können über die Facebook-Page nicht nur von Menschen im Autismus-Spektrum, sondern auch von Angehörigen oder von Arbeitgebern eingereicht werden.

auticon gewinnt IT-INNOVATION Award 2014 20140708_innovationsummit_Schoeffer Zusammenarbeit mit SAP